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Wallfahrt
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Eine Wallfahrt (von „wallen“, in eine bestimmte Richtung ziehen, „fahren“, unterwegs sein) oder Pilgerfahrt, lateinisch Peregrinatio religiosa, auch Kirchfahrt,cite-ref-1[1] ist das ZurĂŒcklegen eines Pilgerweges zu Fuß oder mit einem Transportmittel, an dessen Ziel eine PilgerstĂ€tte besucht wird. Sie kann unternommen werden, um ein religiöses Gebot, eine Buße oder ein GelĂŒbde zu erfĂŒllen oder in der Hoffnung auf die Erhörung eines Gebets und wird auch als Pilgerreise, Pilgerfahrt, Betfahrt und im Islam als Haddsch oder Ziyāra bezeichnet.

Bei einer Wallfahrt steht nicht der Weg, sondern das Ziel im Vordergrund, in der Regel ein Heiligtum. Bei einer Prozession hingegen steht der Vorgang des Schreitens als „kollektive GebĂ€rde einer Kultgemeinde“, oft als Abschreiten oder Umschreiten (vgl. Pradakshina), im Mittelpunkt.cite-ref-2[2]

In frĂŒheren Jahrhunderten hatte die Wallfahrt asketischen Charakter, denn Fernreisen waren gefĂ€hrlich. Dies ist durch moderne Transportmittel und touristische Infrastruktur in der Regel nicht mehr der Fall. Daher gewinnen die rituellen Handlungen am Ziel an Bedeutung. Religiös motiviertes Reisen im weiteren Sinn wird auch als Religionstourismus bezeichnet.cite-ref-3[3]

Contents

‱ Judentum
‱ Tanach
‱ Westkirche
‱ Islam
‱ Bahaitum
‱ Siehe auch
‱ Literatur
‱ Fachlexika
‱ Monographien
‱ Weblinks

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Vor- und frĂŒhgeschichtliches Europa

Vermutlich gab es bereits in der Vorgeschichte ĂŒberregionale Kultzentren, sowohl Berge und andere Landschaftsformen, die die Aufmerksamkeit der Menschen auf sich zogen, als auch die monumentalen Steinsetzungen der Megalithkultur. In diesem Sinn werden beispielsweise die Steinritzungen in Valcamonica und auf dem Mont BĂ©go als Zeugnisse vorgeschichtlicher Wallfahrten gedeutet.cite-ref-0-4-0[4]

In der Eisenzeit sind ĂŒberregionale Kultzentren fĂŒr verschiedene Kulturen bezeugt. In Irland war der Hill of Uisneach ein solcher keltischer Wallfahrtsort, an dem die Jahresfeste gemeinsam begangen wurde. Die germanischen ThingstĂ€tten galten als heilige Orte, an denen Opfer fĂŒr die Götter dargebracht wurden, so Uppsala in Schweden und Lejre in DĂ€nemark.cite-ref-0-4-1[4]

Alter Orient

Das Grab des Osiris in Abydos war seit dem Mittleren Reich ein bedeutender Ă€gyptischer Wallfahrtsort. Aus hellenistischer und römischer Zeit ist bezeugt, dass das Sarapisheiligtum in Memphis und das Isisheiligtum auf der Nilinsel Philae Ziel zahlreicher Pilger waren, die dort oft ein Orakel suchten. Ein weiteres Orakel, das des Ammon, befand sich in der Oase Siwa. Die Tempel wurden von großen Menschenmengen anlĂ€sslich der Jahresfeste der Gottheiten besucht; Herodot berichtet dies vom Bastet-Heiligtum in Bubastis.cite-ref-0-4-2[4]

Griechische und römische Antike

Wallfahrten gab es auch bei den antiken Griechen und Römern, die aus religiösen GrĂŒnden ferne Tempel oder Heilige StĂ€dte (griechisch: Hierapolis) besucht hatten, beispielsweise die alljĂ€hrliche Prozession zu den Mysterien von Eleusis auf der Hiera Hodos.cite-ref-5[5] Der populĂ€rste Wallfahrtsort Kleinasiens war Ephesus, wo das „vom Himmel gefallene“ Kultbild der Artemis im Zentrum der Verehrung stand. Diese Göttin galt als Helferin in verschiedenen Notlagen, besonders bei der Geburt. Auch im griechisch-römischen Raum veranlasste die Orakelerteilung die Menschen zu Wallfahrten. Man begab sich deshalb beispielsweise zu ApollonheiligtĂŒmern (Delphi, Klaros, Didyma, Seleukia) oder zur Zeuseiche nach Dodona. Der antike Pilgerbetrieb erreichte in der Kaiserzeit (2. Jahrhundert n. Chr.) seinen Höhepunkt. Ziel der Pilger waren sowohl Tempel von Gottheiten (zum Beispiel Poseidon in Tinos) als auch HeroengrĂ€ber und charismatische Persönlichkeiten wie Alexander von Abonouteichos.cite-ref-0-4-3[4]

Judentum

Tanach

Die Tora kennt drei jĂ€hrliche Wallfahrtsfeste: Pessach, Schawuot und Sukkot. Sie sind als Erntefeste mit dem Besuch des Jerusalemer Tempels und dem darbringen von Abgaben verbunden. Den höchsten Stellenwert hat Sukkot, das im Tanach auch als „das Wallfahrtsfest“ (hebrĂ€isch Ś—Ś’ áž„ag) schlechthin bezeichnet werden kann (Beispiel: Hos 9,5 ).cite-ref-6[6] Die sogenannten Wallfahrtspsalmen (Psalm 120–134) wurden von den Leviten im Jerusalemer Tempel am ersten Tag des Sukkotfestes bei der Lichtfeier im Frauenvorhof des Tempels gesungen.cite-ref-7[7]

Der Besuch des Heiligtums an den drei Wallfahrtsfesten („Erscheinen vor JHWH“) war fĂŒr jĂŒdische MĂ€nner verpflichtend, fĂŒr Frauen und Kinder freiwillig.cite-ref-8[8] In der RealitĂ€t besuchte ein Einwohner des Landes Israel wohl einmal jĂ€hrlich den Tempel; Angehörige der jĂŒdischen Diaspora konnten womöglich nur einmal in ihrem ganzen Leben nach Jerusalem pilgern, so die Vermutung von Gerbern S. Oegema.cite-ref-1-9-0[9]

Hellenistische und frĂŒhrömische Zeit

Zum Beginn unserer heutigen Zeitrechnung hatte die Wallfahrt im Judentum eine herausragende Bedeutung. Die Pilger kamen aus JudĂ€a, GalilĂ€a, vom Mittelmeer und vom See Genezareth – weiterhin aus Ägypten, Äthiopien und Babylonien. Das zur Zeit des Römischen Reiches 40.000 Einwohner zĂ€hlende Jerusalem wurde an den drei Wallfahrtsterminen und an den jeweils sieben Tage dauernden Festen mit einem Vielfachen an Pilgern bevölkert, die oft nur in LaubhĂŒtten in Innenhöfen oder auf FlachdĂ€chern eine Herberge fanden.cite-ref-geoepocheheiligesland-10-0[10]

Auch GrÀber bedeutender Personen (Patriarchen, Könige, Propheten, spÀter auch MÀrtyrer und Rabbinen) wurden in dieser Zeit zu Wallfahrtsorten (vgl. die Vitae Prophetarum); ihre Bedeutung steigerte sich nach dem Verlust des Tempels.cite-ref-1-9-1[9]

Im Neuen Testament ist die Teilnahme an der Wallfahrt zum Jerusalemer Tempel fĂŒr Jesus und seine AnhĂ€nger selbstverstĂ€ndlich vorausgesetzt. In den Evangelien sind diese Besuche Jesu im Tempel fĂŒr die Struktur der ErzĂ€hlung wichtig und werden theologisch gedeutet. Dabei wird das Pessachfest besonders herausgehoben.cite-ref-11[11]

Nach der Tempelzerstörung (70 n. Chr.)

Bestimmungen, die vor der Tempelzerstörung fĂŒr die Pilger galten, wurden von den Gelehrten der Mischna im Traktat Chagiga (um 200 n. Chr.) festgehalten.

In den Jahrhunderten nach der Tempelzerstörung waren der Zugang zum Tempelberg wie auch nach Jerusalem fĂŒr Juden nur zeitweise möglich. Die rabbinische Literatur enthĂ€lt Hinweise darauf, dass es bei diesen Jerusalembesuchen Rituale der Trauer (Zerreißen des Gewands, Fasten) gab, die aber nicht religionsgesetzlich fixiert wurden. Das Itinerarium Burdigalense, ein christlicher Pilgerbericht aus dem 4. Jahrhundert, enthĂ€lt die Information, dass Juden jĂ€hrlich an Tischa be-Aw einen durchbohrten Stein auf dem Tempelberg salbten.cite-ref-12[12]

Nach der islamischen Eroberung Jerusalems

Die frĂŒhe arabische Zeit erleichterte fĂŒr Juden die Wallfahrt nach Jerusalem. Die Rituale dieser Pilger sind durch Autoren des 10. und 11. Jahrhunderts dokumentiert (Gaon Ben Meir II., Gaon Solomon ben Jehuda und Elija ben Menaáž„em). Demnach war der eigentliche Pilgertermin in jener Zeit Hoschana Rabba (= 7. Tag der Sukkot-Festwoche). Ausgehend vom sogenannten Priestertor, zog eine Prozession betend um den Tempelberg, vorbei an allen Tempeltoren, und dann zum Ölberg, wo ein Stein als „Fußschemel unseres Gottes“ verehrt wurde. Man glaubte, dass hier die göttliche Gegenwart (Schechina) nach der Tempelzerstörung zuletzt verweilt habe, bevor sie in den Himmel aufgestiegen sei. Der Stein wurde umkreist und dabei Litaneien rezitiert.cite-ref-13[13]

Die Kreuzfahrer beanspruchten den Ölberg fĂŒr das Christentum, so dass jĂŒdische Pilger auf einzelne Stationen im Raum Jerusalem auswichen, wo sie um den Tempel trauerten und auf seine Wiedererrichtung in der messianischen Zeit warteten. In dieser Zeit besuchten auch jĂŒdische Pilger das Heilige Land und hinterließen Itinerarien, die zahlreiche jĂŒdische Wallfahrtsorte bezeugen: die Höhle Machpela (Hebron), das Rahelgrab nahe Bethlehem, GrĂ€ber bedeutender Rabbiner in GalilĂ€a. Außerhalb des Landes Israels kamen weitere Pilgerziele hinzu, neben verehrten GrĂ€bern auch Synagogen, die teils mit biblischen Personen wie Mose oder Esra legendarisch in Verbindung gesetzt wurden, teils besonders alte Torarollen und BĂŒcher hĂŒteten.cite-ref-2-14-0[14]

Im 15. Jahrhundert hatte sich eine festgelegte Route fĂŒr die GrĂ€berwallfahrt herausgebildet:cite-ref-3-15-0[15]

‱ Jerusalem und die PatriarchengrĂ€ber in Hebron an Pessach oder Schawuot;
‱ die GrĂ€ber von Hillel und Schammai in Meron am 15. Ijjar,
‱ das Grab des Propheten Samuel in Rama am 28. Ijjar.

Im 16. Jahrhundert wurde Safed zum Zentrum von Kabbalisten. Da ein Hauptwerk der Kabbala, der Sohar, dem im 2. Jahrhundert lebenden Gelehrten Schimon bar Jochai zugeschrieben wurde, entwickelte sich dessen Grab in Meron zum Wallfahrtsziel, insbesondere an seinem Todestag, dem 18. Ijjar (Lag baOmer). Man konnte dort kabbalistischen Studien nachgehen, aber zum Beispiel auch um Regen beten.cite-ref-3-15-1[15]

Im spĂ€ten 19. Jahrhundert gewann das Rahelgrab bei Bethlehem als Pilgerziel an Bedeutung, „indem der Mythos der ĂŒber das Schicksal ihrer exilierten Kinder weinenden Rachel 
 ihr Grab zum Symbol nationaler IdentitĂ€t wie auch zum zentralen Fruchtbarkeits-Schrein fĂŒr Frauen werden ließ: ihr Tod bei der Geburt Benjamins wurde mit den Leiden des Exils, ihre glĂŒcklichen Schwangerschaften mit der nationalen Wiedergeburt assoziiert.“cite-ref-3-15-2[15]

Rabbinische Bestrebungen suchten in der nachfolgenden Geschichte religiöse Wallfahrtstraditionen, wie potenzielle Heiligenverehrungen, Götzendienste und Grabkulte zu verdrÀngen.

Heutige Situation

Der Besuch der Klagemauer (siehe auch Tempelberg) wird im jĂŒdischen Glauben heute nicht als Wallfahrt verstanden.

Die im Maghreb ĂŒbliche Form der Heiligenverehrung wurde von marokkanischen Juden mit nach Israel gebracht; dadurch stieg die Pilgerzahl an den HeiligengrĂ€bern in Israel bzw. im Westjordanland weiter an. Auch neue Wallfahrten (Hilulot) zu GrĂ€bern jĂŒdischer Heiliger bildeten sich heraus: in Netiwot zum Grab des Baba Sali, in Be’er Scheva zum Grab des Rabbiners Isaak Ben Walid.cite-ref-16[16]

Die im 19. Jahrhundert im Chassidismus populÀr gewordene Wallfahrt zu RabbinergrÀbern in Osteuropa nimmt seit den 1990er Jahren einen erneuten Aufschwung.cite-ref-2-14-1[14] Beispiele sind das Grab des Rabbi Nachman in Uman oder des Baal Shem Tov in Medschybisch. Bei der Massenpanik auf dem Har Meron am Grab von Rabbi Schimon ben Jochai 2021 mit mindestens 45 Toten und 150 Verletzten, ereignete sich die schwerste zivile Katastrophe mit den meisten Toten in der Geschichte des Staates Israel.

Auch die Al-Ghriba-Synagoge von Djerba in Tunesien zĂ€hlt zu den jĂŒdischen Wallfahrtszielen.

Christentum

SpÀtantike

Die frĂŒhe Christenheit der ersten beiden Jahrhunderte lehnte das Wallfahrtswesen im Unterschied zu ihrer paganen und jĂŒdischen Umwelt ab.cite-ref-4-17-0[17] FĂŒr das 2. Jahrhundert gibt es Hinweise darauf, dass einzelne Christen die GrĂ€ber von MĂ€rtyrern in außerstĂ€dtischen Coemeterien, also in ihrem Nahbereich, besuchten. Im 4. Jahrhundert blĂŒhte das christliche Pilgern gleich mehrfach auf:cite-ref-5-18-0[18]

‱ MĂ€rtyrergrĂ€ber entwickelten sich aufgrund bischöflicher Förderung zu Pilgerzielen;
‱ WĂŒstenvĂ€ter und -mĂŒtter in Ägypten, PalĂ€stina und Syrien wurden von ratsuchenden Menschen aufgesucht;
‱ Das Heilige Land wurde durch kaiserliche Bauprogramme (Jerusalem, Bethlehem, Hebron) zur Pilgerlandschaft, die den Besuchern durch eine entsprechende Literatur oder örtliche FĂŒhrer erklĂ€rt wurde.

Nach dem Konzil von Ephesos 431 kamen Marienwallfahrtsorte hinzu.cite-ref-4-17-1[17] Im 5. Jahrhundert hatte jede römische Provinz ihre christlichen Pilgerziele. Beispiele: Uzalis, Abu Mena, Tours, Rom, Cimitile, Ephesos, Konstantinopel, Edessa.cite-ref-5-18-1[18] Mit dem Zusammenbruch sicherer Verkehrswege kam auch das ĂŒberregionale Pilgern im FrĂŒhmittelalter weitgehend zum Erliegen. Rom war insofern eine Ausnahme, als Angelsachsen und Franken die Stadt weiterhin besuchten, um an den MĂ€rtyrergrĂ€bern zu beten. Die PilgerstĂ€tten im Heiligen Land zu besuchen, war nach der arabischen Eroberung schwierig geworden; einzelne Asketen, zum Beispiel der frĂ€nkische Bischof Arculf, machten sich weiterhin auf den Weg und berichteten ĂŒber ihre Erfahrungen.cite-ref-19[19]

Westkirche

Mittelalter und Reformation

Im Mittelalter wurde die Wallfahrt zum Glaubenszeugnis, insbesondere weil die Wege zu den Wallfahrtsorten oft weit, mĂŒhsam und möglicherweise gefĂ€hrlich waren. Deshalb hatte bereits das Gelöbnis, eine Wallfahrt innerhalb einer bestimmten Frist zu unternehmen (Votum peregrinationis), eine wichtige Bedeutung. Dieses Gelöbnis war vor allem bei Fernwallfahrten ĂŒblich. Insbesondere bei Dankeswallfahrten war das Gelöbnis ein zentrales Element. Um dieses wirksam abzugeben, wurde es in Anwesenheit von Freunden mit lauter Stimme und auf den Knien mit zum Himmel erhobenen HĂ€nden gesprochen.cite-ref-20[20] Dem folgten dann umfangreiche Vorbereitungen zur Finanzierung dieser langen Fahrt, wobei hĂ€ufig Grundbesitz mit RĂŒckkaufsrecht fĂŒr den Fall der Heimkehr verkauft wurde und in aller Regel auch Testamente aufgesetzt wurden, die Bestimmungen fĂŒr den Fall trafen, dass man nicht mehr zurĂŒckkam.

Im 11. Jahrhundert etablierten sich in der lateinischen Christenheit zwei Pilgerziele von ĂŒberragender Bedeutung, die beide an der Peripherie lagen: Jerusalem und Santiago de Compostela. Die Jerusalemwallfahrt ging eine enge Verbindung mit den KreuzzĂŒgen ein (die ja auch als bewaffnete Pilgerfahrten verstanden wurden) und waren daher auf den Adel und das Patriziat beschrĂ€nkt. Die Verehrung des Jakobusgrabs in Santiago stand zunĂ€chst, im 9. Jahrhundert, nicht im Kontext eines Fernpilgerwesens, sondern diente der Festigung des Königreichs Asturien. Aber im 11. Jahrhundert wurde Santiago zu dem europĂ€ischen Wallfahrtsziel fĂŒr alle gesellschaftlichen Gruppen, was begĂŒnstigt wurde durch eine Infrastruktur (HospitĂ€ler, Salvitates) entlang der Jakobswege. Etliche Orte an den Jakobswegen wurden zum Ziel eigener ĂŒberregionaler Wallfahrten; Beispiele: Amiens, Chartres, St. Gilles, Le Puy, Aachen und Einsiedeln.cite-ref-21[21]

Das Wallfahrtswesen wurde seither auch von Seiten der Herrscher geregelt und geschĂŒtzt. Aus dem 12. Jahrhundert sind Schutzbestimmungen fĂŒr Pilger zum Grab Olav des Heiligen in Nidaros ĂŒberliefert. 1164 fertigte König Magnus Erlingsson einen Privilegienbrief fĂŒr die Wallfahrer nach Nidaros aus. Papst Coelestin III. bekrĂ€ftigte diesen Privilegienbrief, als er am 15. April die Rechte der norwegischen Kirche festlegte. In schwedischen Landschaftsgesetzen war ein Aufschub fĂŒr Diebstahlsklagen, Grundbesitzstreitigkeiten, Eidespflichten bis zur RĂŒckkehr des Pilgers angeordnet. Übergriffe auf Pilger zogen schwerste Kirchenstrafen und die Verweigerung des kirchlichen BegrĂ€bnisses nach sich. Auch in spĂ€teren Vereinbarungen zwischen Kirche und König wurden die Schutzbestimmungen wiederholt. 1273 wurden die Strafbestimmungen auf Spione (exploratores) erstreckt, die sich als Pilger ausgaben. Dies scheint eine grĂ¶ĂŸere Versuchung gewesen zu sein; denn König HĂ„kon Magnusson befasste sich 1303 noch einmal speziell mit Dieben und RĂ€ubern, die sich als Pilger ausgaben. Auch die PĂ€pste stellten eigene Schutzbriefe aus, so 1336 Benedikt XII. fĂŒr schwedische Pilger aus Ångermanland und HĂ€lsingland nach Nidaros. Der König von Kastilien Johann II. traf 1434 und die Königin Isabella I. 1479 Bestimmungen fĂŒr die Pilger aus Schweden, Norwegen und DĂ€nemark auf dem Wege nach Santiago de Compostela. Die Pilger verließen sich aber nicht auf diese allgemeinen Regelungen, sondern fĂŒhrten Schutzbriefe der örtlichen Geistlichkeit mit sich.

Man musste nicht unbedingt selbst pilgern, man konnte auch andere fĂŒr sich gegen Bezahlung pilgern lassen. Die sogenannten Pilgerzeichen vom Zielort sollten belegen, dass der Beauftragte tatsĂ€chlich dort gewesen war. Dies wurde durch FĂ€lschungen oft unterlaufen. Die Pilger hatten eine spezielle Tracht: Langer Mantel, breitkrempiger Hut, Pilgertasche, Trinkflasche und Pilgerstab.

Als besondere, gewaltbegleitete Form der Wallfahrt („bewaffnete Pilgerfahrt“) entwickelten sich mittelbar auch die KreuzzĂŒge, mit politisch-strategischer Bedeutung. Als sich die Christen aus dem Heiligen Land zurĂŒckziehen mussten und die dortigen PilgerstĂ€tten fĂŒr Jahrhunderte nur schwer erreichbar waren, traten in der Westkirche GrĂ€ber von Heiligen mit ihren Reliquien, die leichter erreicht werden konnten, stĂ€rker in den Vordergrund. Dazu kamen PilgerstĂ€tten und Kalvarienberge wie die Sacri Monti.

Große Wallfahrtskirchen hatten spezielle Einrichtungen fĂŒr Kranke, die bei den Reliquien Heilung suchen.cite-ref-22[22] So entwickelten sich HospitĂ€ler und daraus schließlich regelrechte medizinische Zentren.cite-ref-23[23] ArchĂ€ologische Forschungen bei der Wallfahrtskirche in Æbelholt (DĂ€nemark) zeigten, dass sich dort eines der fortschrittlichsten medizinischen Behandlungszentren mit chirurgischen Operationen entwickelt hatte.cite-ref-24[24] Die am Ort entstandenen Wunderberichte erwĂ€hnen darĂŒber nichts.

Das Beherbergen von Pilgern zĂ€hlte zu den Werken der Barmherzigkeit und gab an den SegensfrĂŒchten der Wallfahrt Anteil. Die EinkĂŒnfte durch die Pilger kamen den DurchreiselĂ€ndern, den Ritterorden (die Schutz verkauften) und den Orten der Pilgerreiseziele zugute (vergleichbar den Einnahmen, die heute von Touristen ausgehen). Auch die jeweiligen kirchlichen Institutionen erzielten nicht unwesentliche Einnahmen.

Seit etwa 1400 wurde die europĂ€ische Wallfahrtsgeographie immer unĂŒbersichtlicher. Einerseits erhielten einige Kirchen vom Papst das Recht, regelmĂ€ĂŸig Ablassfeiern anzubieten. Oft waren diese mit dem Zeigen der dortigen ReliquienschĂ€tze (Heiltumsweisungen) verbunden (Beispiele: Portiuncula, San Marco, Canterbury, Einsiedeln, Aachen und Maastricht). Andererseits konnten Hostienwunder und Gnadenbilder relativ unbekannte Orte plötzlich zum Ziel eines sehr regen Pilgerbetriebs machen. Beispiele sind die Blutwunder von Bolsena und Wilsnack sowie die Gnadenbilder von Grimmenthal und Elende, der Kult um die Schöne Maria von Regensburg. Um 1520 kam es zu einer Krise des Pilgerwesens, an der die Kritik der Reformatoren beteiligt war, die aber nicht durch die Reformation verursacht war.cite-ref-25[25]

Beispiele von Orten mittelalterlicher Pogrome und Morde durch christliche Gemeinden und StĂ€dte, die durch umdeutende Legenden zu Pilger- bzw. Wallfahrtsorten wurden, denen man wundertĂ€tige Eigenschaften andichtete, sind die Wallfahrt zur Deggendorfer Gnad, zum Anderl von Rinn oder nach Heiligenblut aus dem sĂŒddeutschen Raum. Sie verweisen auf die diffamierenden Ritualmordlegenden von Hostienfrevel durch mittelalterliche jĂŒdische Gemeinden.

Nachtridentinischer Katholizismus

Nach dem Tridentinischen Konzil förderte die römisch-katholische Kirche das Wallfahrtswesen. Die Pilgerseelsorge und VerkĂŒndigung am Wallfahrtsort wurde bestimmten Ordensgemeinschaften ĂŒbertragen und insofern stĂ€rker kontrolliert. „In barockem Prunk wurde so die W[allfahrt] von einer Laieninitiative zu einem kirchl[ich] organisierten Gemeinschaftsunternehmen; an die Stelle der großen Fernwallfahrt traten regelmĂ€ĂŸige W[allfahrten] zu Zielen in der nĂ€heren Umgebung
“cite-ref-26[26] Ältere Wallfahrtsorte wurden teilweise marianisch uminterpretiert und neue Marienwallfahrtsorte kamen hinzu. Filippo Neri gab dem traditionellen Fernwallfahrtsziel Rom sozusagen gegen den Trend mit dem Sieben-Kirchen-Weg einen neuen Impuls.cite-ref-27[27]

Die lateinamerikanischen Wallfahrtsorte gelten als identitĂ€tsstiftend fĂŒr die dortige, zwangsmissionierte indigene Bevölkerung. Manchmal definierten sie pagane HeiligtĂŒmer christlich um. So war das Santuario del Señor de Chalma (Mexiko), wo der Gekreuzigte Schwarze Christus von Chalma verehrt wird, ein prĂ€kolumbianisches Grottenheiligtum. Die BasĂ­lica de Nuestra Señora de Copacabana (Bolivien) wurde an der Stelle eines Sonnentempels der Inka errichtet. Mehrere Marienwallfahrtsorte wurden mit pĂ€pstlicher Zustimmung zu LandesheiligtĂŒmern aufgewertet: zum Beispiel die Rosenkranz-Basilika (ChiquinquirĂĄ) fĂŒr Kolumbien, die Basilika Nossa Senhora de Aparecida fĂŒr Brasilien.cite-ref-28[28]

Die AufklĂ€rung war in katholischen Staaten sehr wallfahrts-kritisch, Kaiser Joseph II. erließ 1775/76 ein Wallfahrtsverbot. Im völligen Gegensatz dazu wurde die Wallfahrt im 19. Jahrhundert zum MassenphĂ€nomen, begĂŒnstigt einerseits durch moderne Verkehrsmittel, andererseits durch romantische MittelalterverklĂ€rung. Die Trierer Heilig-Rock-Wallfahrt von 1844 hatte mit rund 500.000 Teilnehmern ZĂŒge einer katholischen Demonstration. Nach dem Mariendogma von 1854 wurden Marienerscheinungen berichtet, die neue, stark besuchte Marienwallfahrtsorte begrĂŒndeten: Lourdes 1858, FĂĄtima 1916 und Medjugorje 1981.cite-ref-29[29]

HeiligengrĂ€ber können bis in die jĂŒngste Zeit zu neuen Wallfahrtsorten aufsteigen, so die Kirche Maria am Gestade in Wien (Klemens Maria Hofbauer), Altötting (Bruder Konrad) und San Giovanni Rotondo (Pio von Pietrelcina).cite-ref-30[30]

Heutige Situation

Christliche Wallfahrten zu einem Heiligtum dienen etwa dem Erleben religiöser Erfahrungen, vor allem in der Vergangenheitcite-ref-31[31] als Bußwerk, um geheiltcite-ref-32[32] zu werden oder in besonderen Anliegen zu beten.

Am Beginn einer Wallfahrt steht hÀufig ein Aussendungsgottesdienstcite-ref-33[33], meist eine Heilige Messe oder auch ein Wortgottesdienst.cite-ref-34[34]

Von besonderer Bedeutung als christlicher Wallfahrtsort sind die GrĂ€ber der Apostel Petrus und Paulus in Rom, das Grab des Apostels Jakobus in Santiago de Compostela und die StĂ€tten des Heiligen Landes. Pilgerfahrten zu diesen Zielen gelten bei den Katholiken als Hauptwallfahrten, Fahrten zu weniger bedeutenden Orten als Nebenwallfahrten. Daneben entwickeln sich Pilgerfahrten zu Orten, die nicht durch den Heiligen Stuhl oder den Ortsbischof als Wallfahrtsort anerkannt sind, allen voran sei Međugorje in Bosnien-Herzegowina genannt.

Es finden bis heute traditionelle Wallfahrten statt, anlĂ€sslich derer sonst nicht sichtbare oder zugĂ€ngliche Reliquien den GlĂ€ubigen gezeigt werden. Beispiele sind die alle sieben Jahre stattfindende Aachener Heiligtumsfahrt, zu der die Aachener HeiligtĂŒmer aus dem Marienschrein des Aachener Dom geholt werden, die in unregelmĂ€ĂŸigen AbstĂ€nden stattfindenden Wallfahrten zum Heiligen Rock nach Trier und die Wallfahrt ins Kloster Andechs. Große Bedeutung haben auch Wallfahrten zu Gnadenbildern oder Erscheinungen u. Ä. der Jungfrau Maria, wie etwa Altötting, FĂĄtima oder Lourdes. Einen Wallfahrtsort wie die Abtei Sayn mit dem Armreliquiar des hl. Apostels Simon Zelotes suchten bei Wallfahrten – wie der im Jahr 1509 – an die 22.000 Wallfahrer auf.

Es gibt Zehntausende christliche PilgerstĂ€tten. Die weltweit grĂ¶ĂŸten jĂ€hrlichen Wallfahrten finden zur Basilika der Jungfrau von Guadalupe (ca. 20 Mio. Pilger) und zu den PilgerstĂ€tten Roms (ca. 18 Mio. Pilger) statt. Weitere bedeutende WallfahrtsstĂ€tten sind San Giovanni Rotondo in Italien (ca. sieben Mio. Pilger), Aparecida in Brasilien (ca. acht Mio. Pilger), Lourdes in Frankreich (ca. fĂŒnf Mio. Pilger), Tschenstochau in Polen (ca. 4–5 Mio. Pilger), FĂĄtima in Portugal, Padua in Italien, Assisi in Italien, Santiago de Compostela in Spanien, Mariazell in Österreich und Loreto in Italien.

Ein bekanntes Wallfahrtsziel der anglikanischen Kirche ist das Grab des hl. Thomas Becket in Canterbury.

Orthodoxe Kirchen

Die Orthodoxie fĂŒhrte die Pilgertraditionen der SpĂ€tantike weiter, neben den PilgerstĂ€tten im Heiligen Land die GrĂ€ber bedeutender MĂ€rtyrer, zum Beispiel die Basilika des Heiligen Demetrios in Thessaloniki. Auch die GrĂ€ber von NeumĂ€rtyrern konnten zu Wallfahrtszielen werden. So wird auf Euböa der unverweste Leichnam Johannes des Russen († 1730) verehrt, der 1924 von Kleinasien hierher ĂŒberfĂŒhrt wurde; Lesbos ist seit 1962 Ziel einer Wallfahrt zu den NeumĂ€rtyrern Raphael, Nikolaos und Eirene.cite-ref-6-35-0[35]

Es gibt Wallfahrten zu bedeutenden Ikonen: Smolensk, Kasan, das Kloster Kykkos auf Zypern. Auf der Insel Tinos fand die Nonne Pelagia Negroponti 1821 eine Ikone, von der man annahm, dass sie vom Evangelisten Lukas gemalt worden sei. Die Einnahmen aus dem aufblĂŒhenden Wallfahrtsbetrieb trugen zum Aufbau des modernen griechischen Staates bei.cite-ref-6-35-1[35]

Islam

Im Islam gibt es den Haddsch, die jedem genĂŒgend vermögenden Muslim als eine der fĂŒnf SĂ€ulen des Islam einmal im Leben vorgeschriebene Wallfahrt zur Kaaba in Mekka, die oft mit einem Besuch des Grabs Mohammeds in Medina verbunden wird. WĂ€hrend der Haddsch zu einem bestimmten Zeitpunkt im islamischen Festkalender durchgefĂŒhrt wird, bietet die kleine Pilgerfahrt, die Umra, die Möglichkeit, wĂ€hrend des ganzen Jahres zu den heiligen StĂ€tten nach Mekka zu pilgern. Daneben werden Pilgerreisen zu anderen Orten unternommen, die Ziyāra (Plural Ziyārāt) genannt werden und den gottgefĂ€lligen Besuch heiliger GrĂ€ber (Qubbas) beinhalten. Mehrere Heilige, wie die Sieben Heiligen von Marrakesch, können auf einer Zirkularwallfahrt besucht werden. In volksislamischen Strömungen sind auch jĂ€hrliche organisierte Pilgerreisen (Mausim, Plural Mawāsim) zu den GrĂ€bern oder WirkungsstĂ€tten von Heiligen ĂŒblich. Der Besuch besonders verehrter Heiliger (regional unterschiedlich Wali, Pir, Sidi oder Marabout) oder eine bestimmte Anzahl solcher Pilgerfahrten kann als Ersatz fĂŒr einen Haddsch gelten.

Die Schiiten kennen darĂŒber hinaus regelmĂ€ĂŸige Wallfahrten zu den WirkungsstĂ€tten ihrer Imame, beispielsweise zur heiligen Stadt Maschhad im Iran. Von Fundamentalisten werden Wallfahrten zu HeiligengrĂ€bern als Idolatrie bekĂ€mpft.

Bahaitum

Das Bahaitum kennt Pilgerfahrten zu „heiligen HĂ€usern“ und Besuche an verschiedenen weiteren wichtigen heiligen StĂ€tten der Bahai-Geschichte, insbesondere im Raum Haifa in Israel. Im Kitab-i Aqdas legt Bahāʟullāh dar, dass eine Pilgerfahrt verpflichtend sei, sofern die Möglichkeit besteht, wobei fĂŒr Frauen die Verpflichtung nicht gilt. Er benannte sein Wohnhaus in Bagdad im Irak und das Haus des Bab in Schiras in Iran als „heilige HĂ€user“ fĂŒr diese Pilgerfahrten. Nach dem Tod Bahāʟullāhs erweiterte ÊżAbdul-Baha' die „heiligen HĂ€user“ um den Schrein Bahāʟullāhs in Akkon in Israel, und Shoghi Effendi fĂŒgte den durch ihn vollendeten Schrein des Bab in Haifa als Pilgerziel hinzu.cite-ref-36[36]cite-ref-37[37]

Auf Grund der Zerstörung des Hauses des Bab durch die iranischen Revolutionsgarden 1979 und der Zerstörung des Wohnhauses Bahāʟullāhs in Bagdad 2013cite-ref-38[38] verbleiben derzeit die StĂ€tten im Bereich des Berges Karmel als wichtigste Ziele. WĂ€hrend der neuntĂ€gigen Pilgerfahrten nach Haifa sind neben den Schreinen des Bab und Bahāʟullāhs auch der Schrein ÊżAbdul-Bahas und der Besuch der zahlreichen weiteren „heiligen StĂ€tten“ vorgesehen.cite-ref-39[39]

Indische Religionen

Der Hinduismus kennt heilige Orte (Sanskrit: tÄ«rtha „Furt“), die das Ziel von Wallfahrten (tÄ«rthayātrā) sind. Meist sind sie offen fĂŒr alle Kasten und sehr beliebt. Da es auf einer Wallfahrt oft nicht möglich ist, die Reinheitsgebote genau einzuhalten, gibt es aber unter Brahmanen auch Vorbehalte gegen Wallfahrten. An Wallfahrtsorten sammeln sich oft Asketen, da sie hier Almosen erhalten; umgekehrt können Asketen auch zum Ziel von Pilgern werden. Zum Besuch eines Pilgerorts gehört meist ein rituelles Bad in einem Fluss. Man kommt, um die Gottheit zu schauen (darshan). Es ist vielerorts ĂŒblich, das Kultbild oder die heilige StĂ€tte zu umwandeln (pradakáčŁinā); Pilgerziele werden hĂ€ufig nach bestimmten Kriterien zu Gruppen zusammengefasst. So kann man beispielsweise die sieben heiligen StĂ€dte besuchen (Ayodhya, Mathura, Haridwar, Benares, Kanchipuram, Ujjain, Dvaraka) oder die vier Hauptpilgerorte (Char Dham) Badrinath, Puri, Rameswaram und Dvaraka.cite-ref-7-40-0[40] Vom Besuch des Char Dham nimmt man an, dass es besonders einfach Moksha, die Befreiung aus dem Kreislauf von Tod und Wiedergeburt, bringe.

Im Jainismus sind Orte, an denen sich Asketen aufhalten oder in der Vergangenheit rituellen Selbstmord durch Fasten begangen haben, Wallfahrtsorte: die heiligen Berge Abu (Rajasthan), Shatrunjaya (Gujarat) und Shravanabelagola (Karnataka).cite-ref-7-40-1[40]

Der Buddhismus kennt vier heilige StÀtten als Ziele von Pilgerfahrten: Buddhas Geburtsort Lumbini (heute in Nepal), Sarnath, wo er zum ersten Mal lehrte, Bodhgaya, den Ort seiner Erleuchtung, und sein Todesort Kushinagar. In den buddhistischen LÀndern selbst pilgert man oft zu besonderen Tempeln oder Klöstern, die durch ihr Alter und ihre Tradition herausragend sind (z. B. Sanchi).

Wallfahrten in anderen Religionen

Der Shintƍ, die einheimische Religion Japans, kennt Pilgerfahrten (Junrei) zum Ise-Großschrein. Es gibt aber in Japan auch buddhistische Pilgerwege, wie der Shikoku-Pilgerweg mit seinen 88 Tempeln.

Das mexikanische Volk der Huicholes sendet einmal jĂ€hrlich eine Abordnung auf eine 550 Kilometer weite Reise, um am Zielort eine Jahresration von (im Siedlungsgebiet nicht heimischen) Peyote-Kakteen zu sammeln, welche sie dank einer Sondergenehmigung der mexikanischen Regierung bei verschiedenen religiösen Zeremonien einsetzen dĂŒrfen. Daher erscheint es in diesem Zusammenhang nicht angemessen, den Begriff Wallfahrt auf die Huichol anzuwenden. Richtiger ist vielmehr eine ihrer wichtigeren Reisen innerhalb der Ritualgeographie – die man auch als „Peyote-Jagd“ bezeichnet, welche mythologisch verbĂŒrgten Inhalten („die erste Jagd“) folgt und der ErfĂŒllung ritueller Inhalte dient – als „Sammelreise“ zu bezeichnen.cite-ref-41[41]

SĂ€kularer Begriffsgebrauch

Der ursprĂŒnglich religiöse Begriff hat sich im Laufe der Zeit auf den sĂ€kularen Bereich ausgedehnt. So begannen im Zeitalter der Romantik und ihres Geniekults „Pilgerreisen“ zu gefeierten bildenden KĂŒnstlern wie Ingres in Paris, Thorvaldsen in Kopenhagen und Overbeck in Rom.cite-ref-42[42] Auch im Rahmen des heutigen Kults um Popstars spricht man in der Presse davon, dass beispielsweise Fans von Elvis Presley zur andĂ€chtigen Besichtigung seines Hauses Graceland in Memphis, Tennessee, USA „wallfahren“. Auch GrabstĂ€tten berĂŒhmter Persönlichkeiten werden oft zu „PilgerstĂ€tten“ ihrer Fans, so z. B. die GrĂ€ber von John Bonham oder Jimi Hendrix fĂŒr Schlagzeug- bzw. Gitarrenspieler oder das Grab von Wolfgang GĂŒllich in der Kletterszene.

Siehe auch
Literatur

Fachlexika

‱ Oliver KrĂŒger, Corinna Körting, Dieter SĂ€nger, Felix Böhl, Hartmut KĂŒhne, Albert Gerhards: Wallfahrt/Wallfahrtswesen. In: Theologische RealenzyklopĂ€die (TRE). Band 35, de Gruyter, Berlin / New York 2003, ISBN 3-11-017781-1, S. 408–435.
‱ Franz Winter, Gerbern S. Oegema, Lucia Raspe, Irmengard Jehle, Walter Hartinger, Josef Johannes Schmid, Andreas MĂŒller, Andreas Heinz, JĂŒrgen Paul, Max Deeg, Axel Michaels: Wallfahrt/Wallfahrtsorte. In: Religion in Geschichte und Gegenwart (RGG). 4. Auflage. Band 8, Mohr-Siebeck, TĂŒbingen 2005, Sp. 1279–1297.

Monographien

‱ Iso Baumer: Wallfahrt heute. Freiburg 1978, ISBN 3-85764-057-X.
‱ Iso Baumer: Wallfahrt als Handlungsspiel. Ein Beitrag zum VerstĂ€ndnis religiösen Handelns. Frankfurt am Main 1977, ISBN 3-261-02129-2.
‱ Stefan Börnchen, Georg Mein (Hrsg.): Weltliche Wallfahrten. Auf der Spur des Realen. MĂŒnchen 2010, ISBN 978-3-7705-4898-9.
‱ Kai Brodersen: Balthasar Mencius: Von Wittenberg nach Jerusalem: FĂŒrstliche Pilgerreisen 1476-1601. Zweisprachige Ausgabe. Speyer 202 2025, ISBN 978-3-939526-87-2.
‱ Wolfgang BrĂŒckner: Zur PhĂ€nomenologie und Nomenklatur des Wallfahrtswesens und seiner Erforschung. Wörter und Sachen in systematisch-semantischem Zusammenhang. In: Dieter Harmening et al. (Hrsg.): Volkskultur und Geschichte. Berlin 1970, S. 384–424.
‱ Ignaz Civelli: Der Pilger im CoupĂ©. Pilgerreisen mit der Eisenbahn 1850 bis 1939 – Eine Alltagsgeschichte. Hamburg 2021, ISBN 978-3-347-24906-6.
‱ Daniel DoleĆŸal, Hartmut KĂŒhne (Hrsg.): Wallfahrten in der europĂ€ischen Kultur. Frankfurt am Main u. a. 2006, ISBN 3-631-54996-2.
‱ Jaƛ Elsner, Ian Rutherford (Hrsg.): Pilgrimage in Graeco-Roman and Early Christian Antiquity. Seeing the Gods. Oxford u. a. 2005, ISBN 0-19-925079-0.
‱ Irmengard Jehle: Der Mensch unterwegs zu Gott. Die Wallfahrt als religiöses BedĂŒrfnis des Menschen – aufgezeigt an der Marienwallfahrt nach Lourdes. WĂŒrzburg 2002, ISBN 3-429-02475-7.
‱ Christian Krötzl: Den nordiska pilgrimskulturen under medeltiden. In: Helgonet i Nidaros.Olavskult och kristnande i norden. o. O. 1997, S. 141–160.
‱ Christof May: Pilgern: Menschsein auf dem Wege. WĂŒrzburg 2004, ISBN 3-429-02617-2.
‱ Angelika C. Messner, Konrad Hirschler (Hrsg.): Heilige Orte in Asien und Afrika. RĂ€ume göttlicher Macht und menschlicher Verehrung. Schenefeld/Hamburg 2006, ISBN 3-936912-19-X.
‱ Michael Rosenberger: Wege, die bewegen. Eine kleine Theologie der Wallfahrt. WĂŒrzburg 2005, ISBN 3-429-02716-0.

Pilgerberichte

‱ Marie-Joseph de GĂ©ramb: Pilgerreise nach Jerusalem und auf dem Berg Sinai, in den Jahren 1831, 1832 und 1833. Kollmann, Augsburg 1837 (Digitalisat)
‱ Carmen von Samson-Himmelstjerna: Deutsche Pilger des Mittelalters im Spiegel ihrer Berichte und der mittelhochdeutschen erzĂ€hlenden Dichtung. Berlin 2004, ISBN 3-428-11556-2.
‱ Markus Schauta: Die ersten Jahrhunderte christlicher Pilgerreisen im Spiegel spĂ€tantiker und frĂŒhmittelalterlicher Quellen. Frankfurt am Main u. a. 2008, ISBN 978-3-631-56437-0.
‱ Volker Reichert, Andrea Denke: Konrad GrĂŒnemberg – von Konstanz nach Jerusalem. Eine Pilgerfahrt zum Heiligen Grab im Jahre 1486. Wissenschaftliche Buchgesellschaft WBG, Lambert Schneider Verlag, Darmstadt 2015, ISBN 978-3-650-40063-5 und ISBN 978-3-650-40064-2.

Weblinks

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Wiktionary: Wallfahrt

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Einzelnachweise

cite-note-11. ↑ Kirchfahrt (Deutsches Rechtswörterbuch)
cite-note-22. ↑ Wolfgang BrĂŒckner: Kulturtechniken. Nonverbale Kommunikation, Rechtssymbolik, Religio carnalis. WĂŒrzburg 2000, zitiert bei: Dieter J. Weiß: Prozessionsforschung und Geschichtswissenschaft. In: Jahrbuch fĂŒr Volkskunde N.F. 27 (2004), S. 63–79, hier S. 63f., Anm. 5.
cite-note-33. ↑ Oliver KrĂŒger: Wallfahrt/Wallfahrtswesen I. Religionsgeschichtlich. In: Theologische RealenzyklopĂ€die (TRE). Band 35, de Gruyter, Berlin / New York 2003, ISBN 3-11-017781-1, S. 408–416., hier S. 409.
cite-note-0-44. ↑ Oliver KrĂŒger: Wallfahrt/Wallfahrtswesen I. Religionsgeschichtlich. In: Theologische RealenzyklopĂ€die (TRE). Band 35, de Gruyter, Berlin / New York 2003, ISBN 3-11-017781-1, S. 408–416., hier S. 410.
cite-note-55. ↑ Inge Nielsen: Collective mysteries and Greek pilgrimage: The cases of Eleusis. 2017 (academia.edu [abgerufen am 6. MĂ€rz 2021]).
cite-note-66. ↑ Corinna Körting: Wallfahrt/Wallfahrtswesen II. Altes Testament. In: Theologische RealenzyklopĂ€die (TRE). Band 35, de Gruyter, Berlin / New York 2003, ISBN 3-11-017781-1, S. 416–418., hier S. 416.
cite-note-77. ↑ Mischna Sukka 5,4.
cite-note-88. ↑ Corinna Körting: Wallfahrt/Wallfahrtswesen II. Altes Testament. In: Theologische RealenzyklopĂ€die (TRE). Band 35, de Gruyter, Berlin / New York 2003, ISBN 3-11-017781-1, S. 416–418., hier S. 417.
cite-note-1-99. ↑ Gerbern S. Oegema: Wallfahrt/Wallfahrtsorte II. Judentum 1. Antike. In: Religion in Geschichte und Gegenwart (RGG). 4. Auflage. Band 8, Mohr-Siebeck, TĂŒbingen 2005, Sp. 1281.
cite-note-geoepocheheiligesland-1010. ↑ Gesa Gottschalk: Artikel Im Zentrum des Glaubens. In: Geo Epoche, Heft 45: Das Heilige Land. Gruner + Jahr, Hamburg 2010, ISBN 978-3-570-19910-7.
cite-note-1111. ↑ Oliver KrĂŒger: Wallfahrt/Wallfahrtswesen III. Neues Testament. In: Theologische RealenzyklopĂ€die (TRE). Band 35, de Gruyter, Berlin / New York 2003, ISBN 3-11-017781-1, S. 418–421., hier S. 418.
cite-note-1212. ↑ Felix Böhl: Wallfahrt/Wallfahrtswesen IV. Judentum. In: Theologische RealenzyklopĂ€die (TRE). Band 35, de Gruyter, Berlin / New York 2003, ISBN 3-11-017781-1, S. 421–423., hier S. 421.
cite-note-1313. ↑ Felix Böhl: Wallfahrt/Wallfahrtswesen IV. Judentum. In: Theologische RealenzyklopĂ€die (TRE). Band 35, de Gruyter, Berlin / New York 2003, ISBN 3-11-017781-1, S. 421–423., hier S. 421f.
cite-note-2-1414. ↑ Lucia Raspe: Wallfahrt/Wallfahrtsorte II. Judentum 2. Mittelalter und Neuzeit. In: Religion in Geschichte und Gegenwart (RGG). 4. Auflage. Band 8, Mohr-Siebeck, TĂŒbingen 2005, Sp. 1281–1282.
cite-note-3-1515. ↑ Felix Böhl: Wallfahrt/Wallfahrtswesen IV. Judentum. In: Theologische RealenzyklopĂ€die (TRE). Band 35, de Gruyter, Berlin / New York 2003, ISBN 3-11-017781-1, S. 421–423., hier S. 422.
cite-note-1616. ↑ Felix Böhl: Wallfahrt/Wallfahrtswesen IV. Judentum. In: Theologische RealenzyklopĂ€die (TRE). Band 35, de Gruyter, Berlin / New York 2003, ISBN 3-11-017781-1, S. 421–423., hier S. 422f.
cite-note-4-1717. ↑ Irmengard Jehle: Wallfahrt/Wallfahrtsorte III. Christentum 1. Theologische BegrĂŒndung und kirchengeschichtliche Entwicklung im Katholizismus. In: Religion in Geschichte und Gegenwart (RGG). 4. Auflage. Band 8, Mohr-Siebeck, TĂŒbingen 2005, Sp. 1282–1285., hier Sp. 1283.
cite-note-5-1818. ↑ Hartmut KĂŒhne: Wallfahrt/Wallfahrtswesen V. Kirchengeschichtlich. In: Theologische RealenzyklopĂ€die (TRE). Band 35, de Gruyter, Berlin / New York 2003, ISBN 3-11-017781-1, S. 423–430., hier S. 425.
cite-note-1919. ↑ Hartmut KĂŒhne: Wallfahrt/Wallfahrtswesen V. Kirchengeschichtlich. In: Theologische RealenzyklopĂ€die (TRE). Band 35, de Gruyter, Berlin / New York 2003, ISBN 3-11-017781-1, S. 423–430., hier S. 426.
cite-note-2020. ↑ Krötzl S. 153.
cite-note-2121. ↑ Hartmut KĂŒhne: Wallfahrt/Wallfahrtswesen V. Kirchengeschichtlich. In: Theologische RealenzyklopĂ€die (TRE). Band 35, de Gruyter, Berlin / New York 2003, ISBN 3-11-017781-1, S. 423–430., hier S. 426f.
cite-note-2222. ↑ Vgl. auch Robert JĂŒtte: Wallfahrten und Krankenheilungen. In: Geschichte der Alternativen Medizin. Von der Volksmedizin zu den unkonventionellen Therapien von heute. C.H. Beck, MĂŒnchen 1996, ISBN=3-406-40495-2, S. 66–114 (Religiöse und magische Medizin), hier: S. 68–78.
cite-note-2323. ↑ Vgl. Thomas Gregor Wagner: Die SeuchenzĂŒge der KreuzzĂŒge. Krankheit und Krankenpflege auf den bewaffneten Pilgerfahrten ins Heilige Land. WĂŒrzburg 2009 (= WĂŒrzburger medizinhistorische Forschungen. Beiheft 7). Zugleich Philosophische Dissertation.
cite-note-2424. ↑ Krötzl S. 156.
cite-note-2525. ↑ Hartmut KĂŒhne: Wallfahrt/Wallfahrtswesen V. Kirchengeschichtlich. In: Theologische RealenzyklopĂ€die (TRE). Band 35, de Gruyter, Berlin / New York 2003, ISBN 3-11-017781-1, S. 423–430., hier S. 427f.
cite-note-2626. ↑ Irmengard Jehle: Wallfahrt/Wallfahrtsorte III. Christentum 1. Theologische BegrĂŒndung und kirchengeschichtliche Entwicklung im Katholizismus. In: Religion in Geschichte und Gegenwart (RGG). 4. Auflage. Band 8, Mohr-Siebeck, TĂŒbingen 2005, Sp. 1282–1285., hier Sp. 1284.
cite-note-2727. ↑ Hartmut KĂŒhne: Wallfahrt/Wallfahrtswesen V. Kirchengeschichtlich. In: Theologische RealenzyklopĂ€die (TRE). Band 35, de Gruyter, Berlin / New York 2003, ISBN 3-11-017781-1, S. 423–430., hier S. 428f.
cite-note-2828. ↑ Josef Johannes Schmid: Wallfahrt/Wallfahrtsorte III. Christentum 2. BerĂŒhmte katholische Wallfahrtsorte b) Lateinamerika. In: Religion in Geschichte und Gegenwart (RGG). 4. Auflage. Band 8, Mohr-Siebeck, TĂŒbingen 2005, Sp. 1287–1289.
cite-note-2929. ↑ Hartmut KĂŒhne: Wallfahrt/Wallfahrtswesen V. Kirchengeschichtlich. In: Theologische RealenzyklopĂ€die (TRE). Band 35, de Gruyter, Berlin / New York 2003, ISBN 3-11-017781-1, S. 423–430., hier S. 428f.
cite-note-3030. ↑ Walter Hartinger: Wallfahrt/Wallfahrtsorte III. Christentum 2. BerĂŒhmte katholische Wallfahrtsorte a) Europa. In: Religion in Geschichte und Gegenwart (RGG). 4. Auflage. Band 8, Mohr-Siebeck, TĂŒbingen 2005, Sp. 1285–1287., hier Sp. 1286.
cite-note-3131. ↑ Robert JĂŒtte (1996), S. 72.
cite-note-3232. ↑ Walter Andritzky: Zur heilerischen Funktion des Wallfahrtswesens. Mit Ergebnissen einer teilnehmenden Beobachtung der PrĂŒmer Echternachwallfahrt. In: Curare. Band 12, 1989, S. 201–223.
cite-note-3333. ↑ LIT Verlag: Organisation und DurchfĂŒhrung der Wallfahrt
cite-note-3434. ↑ Aussendung zur Pilgerfahrt in die Heilige Stadt
cite-note-6-3535. ↑ Andreas MĂŒller: Wallfahrt/Wallfahrtsorte III. Christentum 4. BerĂŒhmte Wallfahrtsorte in den orthodoxen Kirchen. In: Religion in Geschichte und Gegenwart (RGG). 4. Auflage. Band 8, Mohr-Siebeck, TĂŒbingen 2005, Sp. 1290–1291.
cite-note-3636. ↑ Shogi Effendi: Citadel of Faith. US Baha’i Publishing Trust, Wilmette 1980, S. 94.
cite-note-3737. ↑ Manfred Hutter: Handbuch Bahāʌī: Geschichte, Theologie, Gesellschaftsbezug. Stuttgart 2009, S. 144 ff.
cite-note-3838. ↑ Sacred site in Baghdad destroyed. In: BWNS. 28. Juni 2013, abgerufen am 24. Oktober 2025 (englisch).
cite-note-3939. ↑ Margit Warburg: Citizens of the World. A History and Sociology of the Baha‘is from a Globalization Perspective. Studies in the History of Religions 106, Leiden 2006, S. 450ff
cite-note-7-4040. ↑ Axel Michaels: Wallfahrt/Wallfahrtsorte VI. Indische Religionen. In: Religion in Geschichte und Gegenwart (RGG). 4. Auflage. Band 8, Mohr-Siebeck, TĂŒbingen 2005, Sp. 1294–1297.
cite-note-4141. ↑ Christian von Sehrwald: Auf den Spuren der Götter – Peyote und die Ethnien Nordwestmexikos unter besonderer BerĂŒcksichtigung des Zeremonialzyklus der Huichol-Indianer. Nachtschatten-Verlag, Solothurn 2005, ISBN 978-3-03788-113-2.
cite-note-4242. ↑ Journal of Swiss archaeology and art history, BĂ€nde 62–63, 2005, S. 83: „[
] der Topos des KĂŒnstlerbesuchs im 19. Jahrhundert [
], ob er bei Ingres, Thorvaldsen oder Overbeck stattgefunden hat [
] die ‚Pilgerreise‘ zu gefeierten KĂŒnstlern [
] gehörte zum Geniekult der Zeit.“